Insel Rügen

Wittow

Ganz im Norden von Rügen, wo der Wind ungehindert über das flache Land peitscht, liegt die Halbinsel Wittow. Das sogenannte „Windland“ ist von der Halbinsel Jasmund beinahe abgeschnürt. Lediglich die Schaabe verbindet die beiden Halbinseln als eine Art Sandbrücke miteinander. Der acht Kilometer lange Strand zählt zu den feinsandigsten auf Rügen. Das Kap Arkona im Norden Wittows atmet Geschichte: Zu dem Flächendenkmal gehören nicht nur zwei eindrucksvolle Leuchttürme, sondern auch das historische Fischerdorf Vitt und die Ausgrabungsstätte Jaromarsburg. Direkt an der Steilküste sind hier die Reste eines slawischen Burgwalls zu sehen. Vom 6. bis ins 12. Jahrhundert wurde die Jaromarsburg vom slawischen Stamm der Ranen als Kultstätte genutzt und war dem Gott Svantovit geweiht. Zu der Burganlage gehörte einst auch das idyllische Fischerdörfchen Vitt – ein Ort, an dem die Vergangenheit noch heute deutlich zu spüren ist. Die 13 rohrgedeckten Fischerkaten liegen in einer schwer einsehbaren Uferschlucht und tragen keine Hausnummern, sondern Runen – die ältesten Schriftzeichen der Germanen. Wesentlich jünger sind die beiden Leuchttürme. Das „Leuchtfeuer von Arkona“ wurde 1827 nach Plänen des Berliner Stararchitekten K.F. Schinkel erbaut. Im Gegensatz zu dem zweiten Leuchtturm, der über ein halbes Jahrhundert später errichtet wurde, ist es heute nicht mehr in Betrieb. Doch wer den Turm erklimmt kann seinen Blick an klaren Tagen bis zur dänischen Insel Moen schweifen lassen. Weiter südlich lässt sich auf der Halbinsel Wittow der größte Sandhaken Rügens bestaunen, die sogenannte „Bug“. An ihrer schmalsten Stelle ist diese Halbinsel lediglich 100 Meter breit und war jahrzehntelang als militärisches Sperrgebiet für Zivilisten unzugänglich. Heute gehört dieser Landstrich teilweise zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Im Herbst stehen tausende von Kranichen auf den Feldern von Wittow. Die Vögel machen hier Station, bevor sie ihre Reise in den Süden antreten. Die stillen Boddengewässer zwischen dem Glower Hafen im Osten bis zum Wieker Bodden im Westen bieten Seglern ein ideales Revier. Wichtige Anlaufstationen für Wassersportler sind die Häfen von Wiek und das Seebad Breege. Dem Bodden zugewandt versprüht Breege mit seinen reetgedeckten Kapitänshäusern immer noch den Charme eines alten Fischerortes.