Insel Rügen

Göhren - Die "Hauptstadt" des Mönchgut

Wie bei "Metropolen" üblich, ist auch Göhren für Einwohner, Gäste und Besucher zentraler Anlaufpunkt inmitten eines bestimmten Territoriums. Göhren, dessen hochdeutscher Name wohl aus dem Slawischen entlehnt ist und soviel wie Berg bedeutet, ist mit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 1165 eine der am frühesten schriftlich verewigten Ansiedlungen auf Deutschlands größter Insel. Das kommt nicht von ungefähr, denn mit den Zisterzienser-Mönchen des Klosters Eldena bei Greifswald, waren nachweislich schriftkundige Zeitgenossen in der Ära von 1252 bis 1534 die Besitzer des idyllischen Fischerortes. Die Bezeichnung der gesamten südöstlichen Halbinsel Rügens als "Mönchgut", fußt daher auf authentisch-historischem Hintergrund. Wie die Fischer hier über Jahrhunderte gelebt und gearbeitet haben, ist eindrucksvoll in den Mönchguter Museen zu verinnerlichen. Gleich in vier Museen, dem Heimatmuseum, dem Museumshof, dem "Rookhus" sowie dem Museumsschiff "Luise", wird in Göhren die Historie der Halbinsel quasi greifbar. Das gilt besonders für die regelmäßig zu allen Jahreszeiten stattfindenden Vorführungen historischer Handwerkstechniken. Wer das drittgrößte Ostseebad Rügens einmal persönlich in Augenschein nimmt, wird schnell feststellen, daß hier eine angenehme Symbiose von ehemaligem Fischerdorf und Urlaubs-Paradies vorherrscht. Unübersehbar sind die Artefakte der sogenannten Bäderarchitektur, welche die vielen schmucken Villen schmücken. Begonnen hat der Bädertourismus in Göhren, gemessen an anderen Orten an der Ostsee erst im Jahr 1899, dann wohl aber mit aller Macht. Der 7 Kilometer lange feinsandige Strand beiderseits der 1993 rekonstruierten Seebrücke, ist nach der Schaabe im Norden der Insel, besonders bei Familien mit Kindern sehr beliebt, da hier der Strand zum Wasser hin sanft abfällt und so ganz besonders zum Badespaß einlädt. Direkt hinter dem Strand lädt der rekonstruierte Kurpark mit der neuen Promenade zum bummeln und verweilen.

Verschiedene Themengärten sowie der neue Kneipp-Garten mit Rügens erster öffentlicher Wassertretanlage am Kurpark sind deutliche Indizien für die angestrebte Anerkennung als Kneipp-Kurort. Der 2003 nach historischem Vorbild neu erbaute Musikpavillion ist eine kulturelle Drehscheibe des Ostseebades. Während andere Ostseebäder Rügens in den vergangenen Jahren ihr Image als Touristenhochburg meist nur einseitig gepflegt haben, ist Göhren als Mittelpunkt der Halbinsel Mönchgut da schon ein ganzes Stück weiter. Neben Kultur, Service und Badespaß bietet das unmittelbare Umland einen Tummelplatz für Naturfreunde aller Coleuhr. Die Wanderrouten von Göhren aus führen in eine landschaftliche Vielfalt, die selbst für Rügen einmalig ist und von Radwanderern ebenso gern vom fahrbaren Untersatz aus entdeckt wird. Umgeben von Nordperd und Südperd, zwei imposanten Erhebungen über der Ostsee und dem Greifswalder Bodden, von sanften Hügeln, ausgedehnten Wäldern sowie Nord- und Südstrand, kann bei guter Fernsicht der Blick von Göhren aus schon einmal hinüber zu den Kreidefelsen der Halbinsel Jasmund und auf der gegenüberliegenden Seite bis zur Insel Usedom schweifen. Als das Ostseebad mit gleich zwei Stränden, ist Göhren auch als die "Bernsteinküste" Rügens bekannt. Besonders nach Stürmen mit auflandigem Wind sind viele Einheimische sowie Gäste und Besucher unterwegs, um zwischen angespültem Tang oder Treibholz nach dem "Gold der Ostsee", dem Bernstein, zu suchen. Groß ist die Freude bei denen, die ein Klümpchen des fossilen Harzes ergattern können. Damit der Rest der erst einmal leer ausgegangenen Zeitgenossen auch nicht den Mut zum Suchen verliert, erinnert auf der neuen Bernsteinpromenade, dem Bernsteinfest oder die jährliche Wahl der Bernsteinkönigin schon rein linguistisch an die gebotene Hartnäckigkeit bei der Suche. Wie die Anreise nach Göhren im Einzelfall vor sich geht, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Eine besonders attraktive Möglichkeit wäre jedoch der Rasende Roland, Rügens berühmte Schmalspurbahn, die seit 1899 von hier aus über Binz bis nach Putbus sowie Lauterbach und zurück dampft.